Kompost (10. bis 16. Juni 2013)

Was von der Timeline übrigblieb. 

I. Medien

  • [Bildblog] Das Märchen vom „Herrn Professorin“ an der Uni Leipzig. „Lemminge“ hat Stefan Niggemeier seinen Tweet zum Thema genannt.
  • [EC] Die Flut hat die Sensibilität der Öffentlichkeit für Menschen in Not erhöht. Die Europ. Kommission schickt auf Bestellung einen täglichen Monitor (englisch) zum Geschehen in anderen europäischen Ländern und auch weltweit. Besonders erschreckend: Die so genannten „vergessenen“ Katastrophen, denen die Medien kaum Aufmerksamkeit schenken – etwa 90.000 Sahrawi-Flüchtlinge, die in fünf algerischen Wüstencamps ums Überleben kämpfen.
  • [Schwerin] „Veraltet“: Schweriner Volkszeitung schließt Druckerei.
  • [journalist] In Redaktionskonferenzen werden Ideen manchmal gleich verworfen, obwohl sie weiterentwickelt und richtig gut werden könnten. Wie man die Ideenfindung im Team verbessert, erklärt Journalisten-Coach Jill Geisler vom Poynter-Institut.
  • [Spiegel] Mensch, Europa: In Griechenland reicht das Geld nicht mehr für öffentlich-rechtliches Fernsehen. Im ganzen Land streiken jetzt die Journalisten.
  • [WUV] Zwei Dinge hätte der Verlegerverband gerne von der Regierung: erstens einen Sonderrabatt beim Mindestlohn (für Zusteller), zweitens Werbeaufträge. Schäm.
  • [ODL] OpenData Latinoamérica recolecta set de datos disponibles en plataformas abiertos.
  • [SZ] Die SZ kündigt an, ein Thema auf Leserwunsch recherchieren zu wollen, stellt aber nur allgemeine Fragen zur Abstimmung: Wie fremdenfeindlich ist Deutschland? Wie gerecht ist das deutsche Steuersystem? Was muss Deutschland für Eltern und Kinder tun? Zu alldem gibts wahrscheinlich schon massig Stehsatz. – Gut, man kann Eigenes vorschlagen. Und es sollen schon Hunderte abgestimmt haben, so Stefan Ploechinger bei Twitter.
  • [Tagesanzeiger.ch] „Die Unberechenbarkeit der Welt – und die Unberechenbarkeit des Schreibens – macht Journalismus zu einem romantischen Beruf. Sicher, meist ist man mit Routine beschäftigt, mit einem Obduktionsbericht, einer Mängelrüge oder anderen Aufräumarbeiten. Aber das ist nur die Art, wie man sich die Zeit beim Warten vertreibt. Kein Schriftstück verändert das Leben wie eine Geburtsanzeige.“ Constantin Seibt, klasse.

II. Welt

  • [EC] Auf der Flucht: 42 Millionen Menschen weltweit sind Flüchtlinge. Aus Afghanistan kommen die meisten. Mehr als 2,7 Millionen Afghanen leben im Exil in Iran oder Pakistan. 1,6 Millionen Syrer haben ihr Land wegen der Kämpfe verlassen und halten sich in Ägypten, Irak, Jordanien, Libanon oder der Türkei auf. Nach Libanon (4,5 Mio. Einwohner) kamen allein in der ersten Juniwoche 4000 Menschen. In Äthiopien leben 400.000 Flüchtlinge aus Nachbarländern. In Kenia befindet sich das größte Flüchtlingslager der Welt (Dadaab, fast 450 000 Bewohner).
  • [Handelsblatt] Interessanter Randaspekt der Flut: DDR-Hausratversicherung hat das Risiko vergemeinschaftet und gut funktioniert.
  • [Stern] Und was passiert, wenn die Behörden im Internet irgendwas verdächtig finden? Sowas. (Mollath/Polizei). Zuerst bei [Richard Gutjahr]
  • [Wikipedia] Proteste in der Türkei. Falls die Kölner Maggiwolke und „Wetten dass“ dieses Thema weiter an die Seite drängt.
  • [Standard] Hass gegen Roma in Tschechien. Unmenschen sind immer die anderen.
  • [Welt] „Wenn eine Bank systemrelevant ist, dann ist es ein Fluss […] auch.“ Interessantes Interview mit einem Katastophenforscher zur Flut, den Medienberichten und der nachlassenden Spendenbereitschaft.
  • [Kasek] Hochwasserschäden: Hat da schon jemand widersprochen? Oder ist das so?
  • [SZ] Umstrittenes Großprojekt: Nicaraguas Kongress genehmigt Atlantik-Pazifik-Kanal.
  • [David Simon] Der Autor meiner US-Lieblingsserie „The Wire“, David Simon, sieht im NSA-Abhörskandal eine recht substanzlose Aufregung („faux-scandal“). Simon nennt die Datensammlung im Internet „ziemlich unvermeidlich und verständlich“. In größerem Ausmaß werde getan, was rechtlich und moralisch seit Jahrzehnten Standard sei. – „The Wire“ (2002-08) dreht sich um Polizeiermittlungen und Korruption in Baltimore. Das systematische Abhören von Telefonen ist ein Kernelement der Handlung.
  • [Radio.cz] Hollywoodreifer Politkrimi in Prag: Die Büroleiterin des Premierministers Nečas wird beschuldigt, sie hätte dessen Ehefrau von Helfern aus dem Militärgeheimdienst bespitzeln lassen. Ex-Minister verwickelt, Korruptionsvorwürfe, landesweite Polizeieinsätze.
  • [Kress] Der Manteltarif ist ein Standard, der auch in tariflosen Betrieben Licht und Schatten wirft. Jetzt klettern Gewerkschaften und Verlegerverband in den Ring, um den Standard für die nächste Jahre zu regeln. Mal sehen, wie das am Ende aussieht. Ich drück DJV und Verdi die Daumen.

III. Sonst

  • [Meedia] „Die neuen Privatsphäre-Einstellungen bei Facebook“: So lacht das Web über die PRISM-Spione.
  • [HdS] Hildebrandt, Schramm, Willemsen, Wecker beim Störsender.
  • [Titanic] Zum Tode von Walter Jens – ein Nachwurf der „Titanic“.
  • [WDR] Noch mal zum Ausdrucken und übers Bett hängen: Das politische System der Bundesrepublik Deutschland.
  • [newsroom] #Facebook hat den #Hashtag erfunden! Gerade bei #Twitter gelesen. (@davidbauer)
  • [Peter Mahler] (@petermahler): Photos of Cell Phone Towers Disguised as Fake Trees.
  • „Lasst Kinder lesen, was immer sie wollen, und dann redet mit ihnen darüber. Wenn Eltern und Kinder miteinander reden können, werden wir nicht so viel Zensur haben, weil wir nicht so viel Angst haben werden.“ (Judy Blume, Jugendbuchautorin) / „Let children read whatever they want and then talk about it with them. If parents and kids can talk together, we won’t have as much censorship because we won’t have as much fear.“
  • Silke Burmester (@Medienfront): „Ich folge jetzt „#Türkei fasziniert“. Bin gespannt, was die so empfehlen.“
  • Peter Glaser (@peterglaser): Wer früh ’nen Vogel hat, wurmt sich seltener.
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